Über mich

Chefin des Wien-Hauses in BrüsselOhne Titel

Seit acht Jahren lebe und arbeite ich in Brüssel – als Chefin des Verbindungsbüros der Stadt Wien zur EU, das als Wien-Haus bekannt ist. Ein großartiger, inspirierender, herausfordernder Job! Ich komme mit vielen verschiedenen Menschen zusammen, aus Wien und Österreich, aus Brüssel und Belgien und natürlich aus ganz Europa und darüber hinaus. Wir denken gemeinsam nach, reden viel, arbeiten intensiv, diskutieren, verhandeln, präsentieren und entwickeln Projekte, arbeiten und streiten uns zusammen – in vielen Sprachen, meistens in Englisch und Deutsch. Jeder Tag bringt etwas Neues.

Die Lebensqualität der Menschen ist mein Kompass

Unser Kompass bei meiner Arbeit für die Wienerinnen und Wiener in Brüssel ist sicher die Daseinsvorsorge. Es geht bei der Interessenvertretung für Wien um die Sicherung der Lebensqualität für alle Menschen durch sichere, gute und leistbare öffentliche Dienste und eine gesunde und lebenswerte Umwelt. Die Themen der letzten Jahre waren u.a. Energie, Wasser, öffentlicher Verkehr, sozialer Wohnbau, alles rund um unsere kommunalen Betriebe und Einrichtungen. Wir holen immer wieder Wiener „good practices“ vor den Vorhang und zeigen, wie Städte vor Ort vernünftige, integrierte Lösungen leben. Wien ist eine Stadt, die für viele andere Vorbild ist. Daher sind wir auch in Städtenetzwerken aktiv, um voneinander zu lernen und gemeinsam gegenüber den EU-Institutionen stärker aufzutreten.

Brüssel ohne die EU

LaekenBrüssel ist eine Stadt mit knapp einer Million EinwohnerInnen. Es ist eine der drei belgischen Regionen mit einem eigenen Regionalparlament und besteht aus 19 Kommunen, die sehr eigenständig sind. Das führt oft zu Verwirrung – wieso darf ich im Zentrum eine Satellitenschüssel auf den Balkon stellen, im bürgerlichen Etterbeek aber nicht? Oder bei der Stadtplanung. Die gibt es hier eigentlich so nicht. Trotzdem oder gerade deshalb ist Brüssel eine schöne Stadt. In Schaerbeek, woher Jacques Brel stammt, entstanden die ersten Jugendstilhäuser Belgiens. Hier gibt es viel zu entdecken, und die Brüsselerinnen und Brüsseler sind ein gemütliches Völkchen. Sonntag auf den „Marché du Midi“ zu gehen und ein libanesisches Frühstück mit viel heißem, ganz süßen Pfefferminztee zu genießen, ist mir zur lieben Gewohnheit geworden.

Einmal rundherum in der Stadt Wien

Für den Job in Brüssel war ich gut vorbereitet. Als ich 1992 bei der Stadt Wien zu arbeiten begann, und Öffentlichkeitsarbeit für den Wohnbau und die Stadterneuerung machen durfte, konnte ich nicht ahnen, dass ich Jahre später in Brüssel eine Initiative des Wiener Bürgermeisters zum sozialen Wohnbau in Europa begleiten würde. Auch die Erfahrungen meiner späteren Laufbahn – in den Bereichen Integration, Frauenfragen, KonsumentInnenschutz, Gesundheit und Soziales – kann ich in der „Brüsseler Blase“ gut einsetzen.

Neugierig auf die Welt

Kind in BrüsselInteressiert an der großen weiten Welt war ich schon immer. Wohl auch, weil ich schon als Kind im Ausland – in Brüssel – leben konnte. Mein Vater hatte einen Job bei einer europäischen Organisation und so zog die ganze Familie nach Belgien – zu der Zeit eine aufregendere Sache. Damals wohnten wir in einer der 19 Gemeinden von Brüssel, Laeken, und gingen in die Volkschule – die war ganz international, aber ohne Diplomaten. Die  Kinder sprachen Französisch und Flämisch, Italienisch, Marokkanisch, Arabisch, Englisch und eben auch Deutsch, wie meine Schwestern und ich. Das Französische ist mir zum Glück geblieben, halt mit einem belgischen Akzent. Der stört aber gar nicht, wenn ich Vorträge in Frankreich halte.

Die Schulzeit verbrachte ich wieder in Wien, wo ich auch an einem Gymnasium in der Leopoldstadt maturierte – dem Bezirk, in dem ich bis heute noch lebe. Aber gleich danach begann ich für die sozialistische Jugendinternationale zu arbeiten, war bei Kampagnen für die Solidarität und Entwicklungszusammenarbeit dabei, konnte internationale Konferenzen und Festivals organisieren, in mehreren Sprachen Newsletter schreiben – richtig spannend. Und weil zu Beginn der 90er Jahre die Diskussion zum EU-Beitritt Österreichs begann, wurde ich neugierig auf das „Projekt Europa“. Also ging ich als eine der ersten PraktikantInnen Österreichs bei der EU für ein Jahr nach Brüssel und war in der Europäischen Kommission an der Entwicklung von Informationen zu „Europa der Bürger“ und Jugendaustausch beteiligt. Heute ist die Kommission von damals kaum wiederzuerkennen. Die Idealisten, die als EU-BeamtInnen Europa aufbauen wollten, sind weniger geworden.

International auch im Studium

IMG_8869Studiert habe ich viel später und nebenberuflich. Weil mich die Frage, wie Organisationen funktionieren, egal, ob öffentlich oder privat, und das in einem globalen Kontext, schon immer interessiert hat, entschied ich mich für ein Studium der internationalen Verwaltungswissenschaften. Und hatte wieder Glück, denn es führte mich von Salzburg und Bozen über Potsdam und St. Gallen bis Washington D.C. und New York. Anstrengend, aber erfolgreich. Ich schloss mit einer Diplomarbeit zu EU-rechtlichen Rahmenbedingungen für die Wiener Altenpflege ab. Heute gebe ich mein Wissen gerne weiter  – als Dozentin in Lehrveranstaltungen über „European Public Management“ an Fachhochschulen in Wien und Eisenstadt. Und auch wieder in Deutsch und Englisch. Das macht richtig Freude.

Leopoldstadt sorgt für Bodenhaftung

Die Bodenhaftung, die in so einem europäischen und internationalen Leben wichtig ist, hole ich mir zu Hause in der Leopoldstadt. Hier war ich fünf Jahre politisch als Bezirksrätin der SPÖ aktiv, hier wohnen viele meiner Verwandten und meiner Freundinnen und Freunde, hier ist mein langjähriges Stammlokal. Der Prater, der Augarten, der Donaukanal sind Orte der Entspannung. Und wenn ich ein, zwei Mal im Monat das Wochenende in Wien verbringe, möchte ich am liebsten gar nicht raus aus dem Zweiten.Nelke web

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