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Mythos 4: Die „rigorose Sparpolitik“ ist alternativlos

Wir sparen uns kaputt

Anders als uns die deutsche Bundesregierung weismachen will, können sich Staaten nicht „gesundsparen“, sondern allenfalls „kaputtsparen“. Zwar klingt es auf den ersten Blick logisch, dass Staaten – wie etwa überschuldete Haushalte oder Unternehmen – Ausgaben senken und/oder Einnahmen erhöhen bis „die Kasse wieder stimmt“. Für den Gesamtstaat funktioniert diese Logik aber nicht, da die Ausgaben der einen die Einkommen der anderen darstellen. Schon gar nicht kann man sich aus der Krise sparen, wenn wichtige internationale Handelspartner ebenfalls ihre Ausgaben senken und/oder die dortige Wirtschaft allenfalls nur schwach wächst. Wenn also Haushalte nicht mehr konsumieren, Unternehmen nicht mehr investieren und die Regierung bei den öffentlichen Leistungen kürzt, schrumpft das Volkseinkommen, solange wir nicht unsere Anpassungslasten in die Welt exportieren.

 

Grafik Mythos 4

Durch Sparpolitik sinkt das BIP – damit erhöht sich die Schuldenquote

Infolge der drastischen Sparpolitik sinkt die Wirtschaftsleistung (Bruttoinlandsprodukt) in den Problemländern so massiv, dass sich die Schuldenquote, also das Verhältnis von Staatsschulden zum Bruttoinlandsprodukt sogar weiter erhöht. Obwohl manche Staaten teilweise rabiat ihre Budgets kürzen, noch dazu besonders häufig im Sozialbereich, erreichen sie genau das Gegenteil. Auch wenn die Sanierung der Staatsfinanzen in einigen Ländern dringend geboten ist, wird diese selbstzerstörerische Sparpolitik nicht zuletzt vom Internationalen Währungsfonds zu Recht angeprangert.

Es ist unstrittig, dass wir in Europa stabile Staatsfinanzen brauchen, gerade auch zur Sicherung der öffentlichen Daseinsvorsorge. Doch sollten vorrangig Haushalte und Unternehmen ihre Überschuldung abbauen, um die Grundlage für einen sich selbsttragenden Aufschwung zu schaffen. Ist die EU-Wirtschaft erst einmal zum Wachstum zurückgekehrt, dürfte die Konsolidierung der Staatsfinanzen dann auch deutlich erfolgsversprechender und weniger schmerzhaft sein.

 


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Mythos 3: Die Staatschulden sind „schuld“

Sparen an allen Fronten führt zu mehr, nicht zu weniger Schulden

Mit Ausnahme von Griechenland haben weder mangelnde Haushaltsdisziplin noch überbordende Staatsschulden die Krise ausgelöst. Länder wie Irland oder Spanien haben im Vorfeld der Krise nicht gegen den Stabilitäts- und Wachstumspakt verstoßen – ganz im Gegensatz zu Deutschland oder Frankreich. Hauptkrisenursache in den genannten Problemländern war vielmehr die ausufernde Verschuldung der privaten Haushalte und Unternehmen aufgrund einer kreditgetriebenen Immobilienpreisspekulation.

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Myth #2: The euro is in a crisis

The euro is stable

There is much talk about a ‘euro crisis’. But our currency is in no crisis. Contrary to the general belief the euro is stable – both externally, i.e. the euro exchange-rate is relatively high in spite of normal fluctuations – as well as internally, i.e. the average rate of inflation is lower than before the introduction of the euro. Thus, we are not dealing with a crisis of the euro but with a sovereign refinancing crisis of individual euro-area countries and – due to the lack of political will to take effective action – a crisis of the entire monetary union.

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Myth #1: „Leaving the euro is the best solution“

Leaving the euro would make it worse

The fundamental critique of the euro and the monetary union can be summarised as follows: While different economic developments in each country could be easily compensated for by adjusting the exchange rates of national currencies, the necessary adjustment in euro-area countries would have to be based on tax increases and wage cuts. Since this would overburden many Member States, other euro-area members would be forced to step in and provide financial assistance. Therefore, according to the myth, the re-introduction of the drachma or the lira would be the best and cheapest solution for everyone involved.

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The myths and lies of the „Euro-crisis“

Presently the euro does not appear to have many friends. Almost every day (self-acclaimed) experts are telling us that our currency is doomed to collapse. At the same time, the narrative of the crisis in the euro area is shrouded in errors and myths. Myths are simplified descriptions, which while giving the appearance of accuracy, are in fact far from reality. We, a group of Austrian and German social democrats based in Brussels, intend to demystify the crisis by means of this little pamphlet. Our goal is to overcome popular misconceptions simply by presenting facts. Facts allow for ideologies to be unmasked, provide the basis for a correct diagnosis and are helping to design effective and sustainable policy solutions.

Given the origin of the authors, we adopt an Austrian-German perspective. Despite their differences, Austria and Germany often find themselves in the same policy camp, together with the Netherlands and Finland. However, we do not accord to the logic of a fundamental clash of interests between ‘core and periphery countries’. On the contrary, we firmly believe that the current problems in the euro area can only be solved in a sustainable manner if northern and southern Europe develops a common understanding of the crisis. More importantly, we need to overcome partisan politics and inside-the-box thinking. In this respect, we let facts prevail and focus on ten particular myths:

1.   Leaving the euro is the best solution

2.   The euro is in crisis

3.   Public debt is to blame for everything

4.   There is no alternative to austerity

5.   We are living beyond our means

6.   Crisis countries are reform laggards

7.   The printing press is causing inflation

8.   Financial aid is only delaying bankruptcy

9.   They only want our money

10.   The worst is behind us

Subsequently, we propose a comprehensive solution.

Read more soon on my blog.

 


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Mythos 2: „Der Euro ist in der Krise“

Aus der Reihe Mythen und Lügen der “Euro-Krise” widme ich mich heute dem zweiten Mythos: „Der Euro ist in der Krise“.

mythos2Vielfach wird von einer „Euro-Krise“ geredet. Aber unsere Währung ist in keiner Krise. Entgegen der oft geäußerten Behauptung ist der Euro stabil – und zwar sowohl nach außen, d.h. der Euro-Wechselkurs ist trotz aller üblichen Schwankungen relativ hoch – als auch nach innen, d.h. die Inflation ist durchschnittlich niedriger als vor Euroeinführung. Es handelt sich nicht um eine Krise des Euros, sondern um eine Schuldenrefinanzierungskrise einzelner Euro-Staaten und – mangels politischen Lösungswillens – um eine Krise der gesamten Währungsunion.

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Mythos 1: „Am besten einfach raus aus dem Euro“

Wie angekündigt werde ich regelmäßig über die Mythen und Lügen der “Euro-Krise” berichten. Der erste Mythos, der dringend entkräftet werden muss lautet: „Am besten einfach raus aus dem Euro“.

Die fundamentale Kritik am Euro und an der Währungsunion lässt sich etwa folgendermaßen zusammenfassen: Während mit nationalen Währungen unterschiedliche Entwicklungen in den einzelnen Staaten einfach durch Anpassung der Wechselkurse ausgeglichen werden könnten, müsste in Euroländer nun die gesamte Anpassungsleistung über Steuererhöhungen und Lohnsenkungen erfolgen. Da das viele Staaten überfordere, wären die anderen Euro-Mitglieder in einigen Fällen gezwungen, Finanzhilfen zu gewähren. Daher wäre, so der Mythos, die Wiedereinführung der Drachme oder der Lira für alle Beteiligten die beste und billigste Lösung.

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