Hoch der 1. Mai! Hoch die internationale Solidarität!

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1. Mai historischHeute ist ein ganz besonderer Tag. Der 1. Mai ist der hohe Feiertag der internationalen ArbeiterInnen-Bewegung. Von den blutigen Anfängen im Chicago des Jahres 1886, als 17 Arbeiter nach einem Streik brutal niedergeschossen wurden, bei dem sie um den 8-Stunden-Tag gekämpft hatten, über den allerersten Maiaufmarsch mit dem gleichen Ziel in ganz Europa 1890 bis zum heutigen Staatsfeiertag war es ein langer Weg.

Geschichte des 1. Mai

Auf dieser Reise durch die Zeiten hat die ArbeiterInnenbewegung sich nicht nur viel an Theorie, sondern auch eine eigene Kultur, mit Zeichen, Symbolen und Liedern geschaffen. Dazu gehören Organisationen wie die Roten Falken, die Sozialistische Jugend, AKS und VSM, JG  und VSSTÖ, die zahlreichen Verbände, wie ArbeiterInnenwohlfahrt, KinderfreundInnen, MieterschützerInnen, NaturfreundInnen und viele mehr. Es ist die Geschichte einer Gegenkultur zu herrschenden Klasse, die da geschrieben wurde und bis heute lebendig ist.

In Wien und Österreich wird der Tag ebenfalls seit dem Jahre 1890 begangen. Es begann noch in der alten Donaumonarchie mit Demonstrationen, der Erklärung zum Feiertag in der Zwischenkriegszeit, einer propagandistischen Umdeutung durch die Nationalsozialisten. Seit 1950 ist der 1. Mai in Österreich ein Staatsfeiertag. Bis heute ist der Maiaufmarsch der Wiener SPÖ immer noch die beeindruckendste, größte und vor allem friedlichste Demonstration der Verbundenheit vieler Menschen zu den Werten der Sozialdemokratie. Und viele Wienerinnen und Wiener, die nicht selbst an dem eindrucksvollen Sternmarsch aus den Bezirken über die imperiale Ringstraße bis zu Wiener Rathaus teilnehmen, kommen gerne und stehen „Spalier“. Aus irgendeinem Grund ist das Wetter auch meist schön.

Ein bunte Familie

Seit meiner Kindheit liebe ich den Maiaufmarsch, und die Kinder unserer Familie sind ebenfalls Teil dieser Kultur. Ehrensache, dass wir in der „Einser-Panier“ (also im Festtagsgewand, Anm. für unsere deutschen FreundInnen) kommen – immerhin muss das Äußere dem hohen Anlass entsprechen. Wir stecken uns ein Maiabzeichen an und eine rote Nelke und fühlen uns so ausgezeichnet, dabei zu sein. Und wir freuen uns jedes Jahr, am 1. Mai alte Freundinnen und Freunde, ihre Kinder, ihre Enkel wieder zu sehen. Es ist ein ganz besonderer Tag.

Mit Jahren und der Veränderung der Wiener Gesellschaft ist der Wiener Maiaufmarsch bunter geworden. Neben der Eisenbahnerkapelle gibt es die Samba-Gruppe, neben der Gewerkschaft marschieren alevitische und kurdische und viele andere Wienerinnen und Wiener. Die Jugendorganisationen machen sich wie immer viel Mühe mit ihren – die Parteihierarchie provozierenden – Transparenten (ist ja eine Frage der Ehre), die neben den ganz alten traditionellen Bezirksfahnen, wunderschön bestickt und verziert, ihren Platz haben. Jedes Jahr aufs Neue sind etwa 100.000 Menschen in Wien dabei.

Für ein soziales und demokratisches Europa

Das Motto des Wiener Maiaufmarsches heuer lautet „Für ein soziales und demokratisches Europa“. Sehr passend zur Geschichte des 1. Mai als internationalem Widerstands- und Festtag der ArbeiterInnenbewegung.

3pfeile_logo_bigUnser Maiabzeichen 2014 zeigt übrigens die drei Pfeile, sie symbolisieren genau diesen Kampf gegen Faschismus, Klerikalismus und Kapitalismus (oder auch gegen Faschismus, Kapitalismus und Reaktion). Wenn wir das für heute und wenige Wochen vor der Europawahl für uns deuten, ist es ein Kampf gegen eine Elite, die sich seit vielen Jahrzehnten am Reichtum Europas bedient. Ein Kampf gegen rücksichtlose Profiteure, die nicht nur in der Europäischen Union, in Europa und in der Welt ihre Gewinne auf Kosten von Menschenrechten und ökologischer Nachhaltigkeit machen. Die sich in eine unheilige Allianz mit den ganz Rechten begeben, wann immer es opportun erscheint, Menschen gegeneinander aufzuhetzen. Und dann heißt es plötzlich nicht mehr „die deutsche Regierung“ oder die „City of London“, sondern einfach „die Deutschen“, „die Briten“. Oder es heißt „die Flüchtlinge“. Und nicht: Menschen, die zu uns kommen, weil sie müssen, nicht, weil sie wollen.

All das ist mehr denn je aktuell. Der Kampf gegen den Faschismus angesichts einer Formierung der Rechten in  Europa, der dazu führt, dass die sogenannte Sauberpartei FPÖ nun doch nicht gegen den Doppelsitz des Europäischen Parlaments in Strasbourg stimmt. Weil sie doch so gerne mit dem Front National in Frankreich… naja. Der Kampf gegen außer Rand und Band geratene Finanzhaie und große Konzerne, die Europa und die Welt ständig nach neuen Profitquellen abgrasen. Die auch noch mit einer weder demokratisch legitimierten noch parlamentarisch kontrollierten Troika dafür sorgen, dass den großen deutschen und französischen Banken ja kein Schaden entsteht, während in den Krisenländern den Menschen die Luft ausgeht. Der Kampf gegen die Reaktion, die in einer Allianz aus Konservativen, Rechten und fundamentalistischen Christen gegen das Recht der Frauen auf Abtreibung im Europaparlament stimmt.

Dem zu begegnen, ist die Sozialdemokratie auch bei den Wahlen zum Europäischen Parlament von 22.-25. Mai 2014 angetreten. Es geht um nicht weniger als die Chance,  den sozialen Zusammenhalt und die ökologische Nachhaltigkeit in das europäische Vertragswerk so fest einzuschreiben, dass es nach Innen wie nach Außen das Primat allen Handels ist. Nur so werden wir den Eliten im Auftrag von Großkonzernen und internationalen Finanzakteuren Einhalt gebieten und die Entfaltung aller Talente unseres Kontinents fördern. Nur so wird es keine menschenrechtsverletzenden Austeritätsprogramme und Handelsverträge mehr geben, sondern Leitlinie wird sein, eine gerechte Weltwirtschaftsordnung herzustellen. Nur so kann das Auseinanderbrechen der Gesellschaft aufgehalten werden und echte Solidarität. über jegliche Grenzen hinweg, entstehen.

Dazu muss die Sozialdemokratie das tun, was sie seit jeher gut konnte: Menschen aus allen Bereichen in unserer Partei willkommen heißen. Mit verschiedenen gesellschaftlichen Kräften „ein Stück des Weges gemeinsam gehen“. Ein breites Bündnis, eine Zukunftspartnerschaft für Europa und noch mehr für ein verantwortungsvolles Europa in der Welt, schmieden. Mit PartnerInnen aus Stadt und Land, aus den Gewerkschaften und kleinen und mittleren Unternehmen, der Zivilgesellschaft, den sozialen Bewegungen, Kunst und Kultur, Wissenschaft und Forschung. Und das alles auch über die Grenzen des Landes und der EU hinaus.

Viel ist also zu tun für dieses soziale und demokratische – und auch ökologisch nachhaltige – Europa. Am 1. Mai setzen wir ein Zeichen. Und dann bleiben uns in der ganzen EU knapp drei Wochen, um für eine starke Sozialdemokratie im Europäschen Parlament und damit auch für einen sozialdemokratschen Kommissionspräsidenten zu sorgen.

Der Maiaufmarsch ist ein Zeichen des Stolzes auf eine Bewegung, die viel verändert hat und noch viel verändern wird. Im Bewusstsein unserer Geschichte an die Herausforderungen heranzugehen ist wohl die wichtigste Lehre aus diesem hohen Tag der ArbeiterInnenschaft, der als „Rebellensonntag“ begann.

Zum Abschluss des Maiaufmarsches singen wir stets gemeinsam mit den Chören der ArbeiterInnenbewegung unsere Lieder, „Die Arbeiter von Wien und natürlich das Lied unserer zeiten- und weltumspannenden Familie: „Die Internationale„.

01_Internationale_-_Faksimile_Original_aus_1926

Es ist ein besonderer Tag,

PS: Hier gibt es eine sehr gute Dokumentation zum 1. Mai.

 

 

Am 1. mai 1890 gingen Millionen ArbeiterInnen in ganz Europa auf die Straßen, um vor allem für den 8-Stunden-Tag zu demonstrieren. – See more at: http://www.renner-institut.at/themen/geschichte-des-1-mai/#sthash.JYHr629Z.dpuf

Am 1. mai 1890 gingen Millionen ArbeiterInnen in ganz Europa auf die Straßen, um vor allem für den 8-Stunden-Tag zu demonstrieren. – See more at: http://www.renner-institut.at/themen/geschichte-des-1-mai/#sthash.JYHr629Z.dpuf

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