Mythos 2: „Der Euro ist in der Krise“

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Aus der Reihe Mythen und Lügen der “Euro-Krise” widme ich mich heute dem zweiten Mythos: „Der Euro ist in der Krise“.

mythos2Vielfach wird von einer „Euro-Krise“ geredet. Aber unsere Währung ist in keiner Krise. Entgegen der oft geäußerten Behauptung ist der Euro stabil – und zwar sowohl nach außen, d.h. der Euro-Wechselkurs ist trotz aller üblichen Schwankungen relativ hoch – als auch nach innen, d.h. die Inflation ist durchschnittlich niedriger als vor Euroeinführung. Es handelt sich nicht um eine Krise des Euros, sondern um eine Schuldenrefinanzierungskrise einzelner Euro-Staaten und – mangels politischen Lösungswillens – um eine Krise der gesamten Währungsunion.

Der Krisenauslöser lässt sich auf das Platzen der Immobilienblase in den USA mit dem Höhepunkt des Kollapses der globalen Investmentbank Lehman Brothers im September 2008 zurückführen. Doch bald stellte sich heraus, dass viele europäische (v.a. irische und deutsche) Banken Anteile fauler US-Immobilienkredite in Form von „Giftpapieren“ besaßen, was dramatische Vertrauensverluste unter den Banken zur Folge hatte. Die Geldflüsse stockten vollkommen. Der Welthandel und die globale Industrieproduktion brachen ein. Als klar wurde, dass die Rezession Ausmaße der Großen Depression in den 1930 Jahren annehmen könnte, belebten die Regierungen die Wirtschaft durch beispiellose Konjunktur- und Hilfsprogramme (nicht zuletzt auch für Banken).

Als das Schlimmste überstanden schien, kamen jedoch die Schwächen der Retter zum Vorschein: Leere Kassen, hohe Schulden und eine schwächelnde Wirtschaft. Das Vertrauen der Anleger in die Staaten begann zu schwinden. Spekulanten und Ratingagenturen trugen das ihrige dazu bei. Hochschuldenländer mit eigener Zentralbank (USA oder Japan) kamen mit einem blauen Auge davon, da von ihnen nur ein Inflationsrisiko ausgeht. Bei Ländern innerhalb der Währungsunion kam jedoch das viel gravierendere Risiko eines Staatsbankrotts hinzu – es sei denn, die EZB oder die Gemeinschaft der Euroraumländer würde ihnen beistehen.

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